Erfolgreiche Rache

„Rache ist eine Handlung, die man begehen möchte, wenn und weil man machtlos ist: Sobald aber dieses GefĂŒhl des Unvermögens beseitigt wird, schwindet auch der Wunsch nach Rache.

Paul Watzlawick

Entstehung der Rache

Einfach ausgedrĂŒckt ist Rache das GefĂŒhl, dass man es einer Person/Gruppe oder Institution doppelt und dreifach fĂŒr eine Verletzung heimzahlen möchte. In schlimmen FĂ€llen sogar, solange bis es umgesetzt ist und das ohne RĂŒcksicht auf Verluste. Wie aber entsteht es? Es kann immer und ĂŒberall auftreten, wenn das eigene Ego sich angegriffen fĂŒhlt. DafĂŒr benötigt es nicht einmal eine reale SchĂ€digung. Solange das subjektive GefĂŒhl von Verletzung, Diskriminierung, oder Niedergeschlagenheit in Kraft tritt. Ein Kind kann sich beispielsweise gekrĂ€nkt fĂŒhlen, weil seine Geschwister gelobt werden und er nicht. Ein Mitarbeiter, kann sich subjektiv ungerecht behandelt fĂŒhlen, obwohl es nie dazu kam. Der Klassiker fĂŒr Filme, das beste Beispiel John Wick.
Es braucht also immer 2 Dinge fĂŒr einen guten Hollywood Film, einen Auslöser fĂŒr die Rache und ein Ziel. Nicht anders ist es im echten Leben.

Rache ausĂŒben ist einfach?

Es ist einfacher anderen die Schuld zuzusprechen und in einer Ausrede unser Leben zu leben als die Verantwortung dafĂŒr zu ĂŒbernehmen. Da diese Aussage mehrdeutig gedeutet werden kann, will ich nĂ€her auf das gemeinte eingehen.
Sind wir in einer misslichen Lage, ausgelöst durch jemand anderem. Können wir es der Person in die Schuhe schieben die dafĂŒr schuldig ist. Denn zum einen bringt es Sympathie. Zum anderen gibt die Opferrolle ein gewisses Komfort. Ausreden wie: & hat mein Leben zerstört deswegen empfinde und wird es Bitter bereuen. Werde es doppelt und dreifach zurĂŒckzahlen.
An einem Beispiel könnte es wie folgt erklÀrt werden.
Dein Partner hat dich betrogen. Alles, was man sich gemeinsam mit dem Partner aufgebaut hat, ist zerstört. Als wĂŒrde dies nicht reichen, hat der Partner alle gemeinsamen Ersparnisse mitgehen lassen und fĂŒr die neue ausgegeben.
Opferrolle: Er hat alle Ersparnisse geklaut. Ist mit einer anderen durchgebrannt.
Sympathie der Anderen: Oh, das tut mir leid. Was ein dreckiger&. Mach dir nichts daraus. Es wird schon wieder. Komm wir zahlen es Ihm heim.
Die Opferrolle ist das alt bekannte Muster. Wir fĂŒhlen uns gut darin. Sympathie spricht natĂŒrlich fĂŒr sich.
Es ist einfacher sich seinen GefĂŒhlen zu unterwerfen, als ĂŒber diesen zu stehen.

Bin Ich ein Opfer? Weil ich Rache will?

Ja und nein. Nein, weil man sich vom Opfer da sein abhebt und in das genaue Gegenteil hineinrutscht, der TĂ€terrolle. Denn die Psyche vieler Menschen kommt mit dem Schock nicht zurecht, also wird unbewusst die Rolle von Opfer zum TĂ€ter gewechselt. Dadurch erhĂ€lt man eine gewisse Kontrolle ĂŒber die Situation. Indem man nun auf Rache aus ist, hat man wieder Kontrolle ĂŒber die gesamte Situation. Dieses macht den Umgang mit der Situation ertrĂ€glicher. Warum bin ich dann ein Opfer? Tja, ganz einfach. Es ist eine unbewusste, und aus dem Unterbewusstsein kommende emotionale Reaktion. Du bist ein Opfer deiner unbewussten Programmierung.
Warum ist das denn so schlimm, wenn ich auf meine Emotionen baue und es der Person heimzahlen möchte, die mein Leben zerstört hat?
Alles in unserem Leben passiert aus einem bestimmten Grund. Wegen einer Tat ist dein Leben gewiss nicht zerstört, denn du atmest noch. Klar, kann alles weg sein, was du dir ĂŒber Jahre aufgebaut hast. So ist das Leben nun einmal, aber die Erfahrung bleibt. Wir leben mit dem Risiko alles zu verlieren. Auch, wenn es nie danach aussieht. Um die Frage zu beantworten, schauen wir uns doch zunĂ€chst mal die Nachteile der Rache an.

Zerstörerische Rache

WĂ€hrend du mit deiner Rache beschĂ€ftigt bist, geht dir wertvolle Zeit verloren. Um beim Beispiel von oben zu bleiben. In der Zwischenzeit, lebt dein Ex ohne einen Gedanken an dich zu verlieren weiter. Du bist in deiner Rache vertieft und verlierst Lebenszeit. Du fokussierst dich immer wieder auf die Ereignisse die vorgefallen sind, weil es das Altbekannte ist. Es hilft dir vermeintlich damit zurechtzukommen, aber auf was du dich fokussierst, dorthin erweitern sich deine Gedanken. Du versinkst mit der Zeit in einem Teufelskreis. Durch stĂ€ndiges Wiederholen mit starken Emotionen festigt sich das Ereignis stĂ€rker im Unterbewusstsein. Verbitterung wird zur Gewohnheit. An den Ex denken wird zur Gewohnheit und irgendwann ĂŒbertrĂ€gt man diese Eigenschaften, an alle die in unser Leben treten. Das nur, weil man an der Rache festgehalten hat. RĂ€chen kann man sich nur, indem man die Rache am Leben erhĂ€lt. Das wiederum ist nur möglich, wenn man das erlebte immer und immer wieder erlebt.
Egal wie einfach es auch ist, es wird niemals zu deinem GlĂŒck beitragen. Du kannst nicht tagtĂ€glich erbittert sein und auf ein schönes Leben hoffen. Du kannst kein Opfer deiner UmstĂ€nde sein, und dich beklagen, dass du ein S*** leben fĂŒhrst. An der Rache festzuhalten und den Trigger am Leben zu erhalten fĂŒhrt langfristig also nur zu mehr Schmerz und Kummer. Was aber dann mit den GefĂŒhlen und insbesondere mit den RachegelĂŒsten tun?

Emotionen der Rache umleiten

Lass los und schreite voran mit deinem Leben, das ist die beste Form der Rache. Zuvor jedoch, muss man sich die Verletzung eingesehen und seinen Emotionen freien Lauf lassen. Der Körper stellt durch chemische Prozesse sehr viel Energie zur VerfĂŒgung. Diese mĂŒssen genutzt werden, sonst kann zum Beispiel zu GefĂŒhlsexplosionen fĂŒhren. Die uns wiederum vom eigentlichen Weg abbringen. Deshalb immer ein Ventil suchen, bei dem man es auslassen kann (Spaziergang, schwimmen, mit freunden darĂŒber reden, Schreien, den Kopfkissen bearbeiten, Lautes singen, bloggen usw.). Hauptsache man lĂ€sst seinen GefĂŒhlen freien Lauf und kann ein wenig abreagieren. Vielleicht schaffst du es sogar eine Gewohnheit daraus zu machen, die dich langfristig zu Erfolg fĂŒhrt?
Emotion kommt hoch, du schreist und dann betÀtigst du dich körperlich.

Voranschreiten ist die beste Rache

Voranschreiten und deine Ziele erreichen ist die beste Form Rache zu nehmen. Denn dann zeigst du den Menschen lediglich, dass du ohne sie besser dran bist. Nichts ist schlimmer fĂŒr einen Menschen als sich nutzlos zu fĂŒhlen noch schlimmer, nutzlos zu sein und den anderen herunterzuziehen. Zeig Ihnen das du ohne sie besser dran bist und das geht am besten OHNE Sie. Vertrau mir, es wird die Person um einiges mehr krĂ€nken.
Wer gewinnt, wenn du sie stĂ€ndig fĂŒr das Schuldig machst, was sie dir angetan haben? Wer? Du? Sie? So wirklich keiner im schlimmsten Fall artet es in einem Gefecht aus& und dann können nur noch beide Seiten verlieren.
Wer gewinnt, wenn du loslĂ€sst? Wer gewinnt, wenn du dein Leben fortfĂŒhrst? Wer gewinnt, wenn du das Beste aus deinem Leben machst? Mach Sie verantwortlich fĂŒr das, was sie dir angetan haben, aber niemals fĂŒr das was du nicht getan hast. Du kannst hier und jetzt loslassen und das Beste machen. Du kannst nach vorne schauen und dich auf dein Leben Fokussieren. Ja, sie waren es, die dir unschöne Zeiten verschafft haben, aber du bist es der das immer wieder belebt. FrĂŒher oder spĂ€ter wirst du es Akzeptieren und loslassen. Es gibt nichts was ein Lebenslang hĂ€lt. Deshalb ist es wichtig damit abzuschließen und das nĂ€chste Kapitel anzufangen. Du kommst im Buch nicht weiter, wenn du stĂ€ndig dasselbe Kapitel, immer und immer wieder liest. Dadurch festigt sich bloß das Kapitel.
Wenn du ein krasses Mindset hast, dann kannst du sogar dankbar fĂŒr die Dinge sein, die sie dir gezeigt haben. Dankbar dafĂŒr, dass sie dir gezeigt haben wie du nicht sein willst. Dass sie dich dazu gebracht haben stĂ€rker zu werden, zu wachsen. FĂŒr alle Lektionen die du durch sie gelernt hast. Du wĂ€rst ohne sie nicht der, der du heute bist.
Lass los und schaue niemals zurĂŒck. Streite voran und wachse, wachse und lass deine Taten fĂŒr dich sprechen. Zahle es Ihnen heim, indem du Ihnen zeigst, dass du ohne sie besser dran bist. Zeig Ihnen, dass sie dich nur aufgehalten haben. Nutze das GefĂŒhl der Rache, um es zum positiven zu wenden. Zu Beginn wird es schwer sein. Mit der Zeit, das garantiere ich, wirst du merken, was fĂŒr ein Segen diese eine Entscheidung ist.

Fazit

Wenn du denkst, das sich RĂ€chen an einer Person befriedigt dann liegst du goldrichtig, aber nur fĂŒr den Moment.
Langfristig wirst du es bereuen. Es kostet dich Lebenszeit und Energie. Zu einer Heilung der eigentlichen Verletzung wird es nicht kommen. Denn dieser, bist du permanent mithilfe der Rache, aus dem Weg gegangen.

2 comments

  1. Verena sagt:

    Sehr gut geschrieben! 🙂 Rache hat wohl noch nie jemanden langfristig gut getan. Anstatt die Zeit darin zu verschwenden, sollte man lieber die Zeit schon dafĂŒr nutzen nach vorne zu schauen.

  2. Yasin sagt:

    Dankeschön 🙂

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