Perfektionismus die reinste Form des egoismus

Oh man, was schreibt der wieder fĂŒr einen Strunks. Was hat der Perfektionismus mit Egoismus zu tun und dann soll es auch noch die reinste Form sein?

Eigenschutz

Perfektionismus, geht Hand in Hand mit Selbstschutz einher. Es ist meine Meinung dazu und ich kann diese mit Erfahrungen untermauern.

Ich war zum grĂ¶ĂŸtenteil ein Perfektionist. An meinen Höhepunkten des Perfektionismus, vor einigen Jahren, lief gar nichts ohne das es Perfekt gewesen ist. Um es einfacher auszudrĂŒcken, ich habe vieles nicht erleben können, weil es nicht perfekt genug gewesen ist.  Es war sozusagen eine Rechtfertigung nichts zu tun, denn es war ja immer etwas dabei was nicht berechenbar gewesen ist& 

Angst vor Verletzung

Im laufe der Zeit habe ich alle meine Eigenschaften hinterfragt  so auch meinen Perfektionismus& hinter meinem Perfektionismus hatte sich ein kleines kind versteckt, was Angst hatte verletzt werden zu können. Es wollte einfach jeglichen Qualen entgehen und deshalb hat sich das kleine Kind wohl ĂŒberlegt, wenn ich bloß alles kontrollieren kann, dann gibt es nichts mehr was mich verletzten könnte& also entwickelte es den drang zum  Perfektionismus. Desto perfekter etwas ist, desto unwahrscheinlicher das es aus der Kontrolle gerĂ€t. Hier kommt ein weiterer Aspekt dazu nĂ€mlich der Drang nach Kontrolle!

Eigenschutz zu welchem Preis?

Als ich verstand, dass es eigentlich zum reinen Selbstschutz dient und ich schon einiges an Erfahrungen gesammelt hatte. Fragte ich mich ob ich wirklich weiterhin ein Perfektionist sein wollte. 
Mein Perfektionismus, war in manchen Teilen meines Lebens so heftig, dass ich schon die Gewohnheit entwickelt hatte keine Entscheidungen mehr zu treffen und diese lieber die anderen entschieden lies. 
Ich hatte also 2 Fliegen mit einer klatsche getroffen.  Zum einen konnte ich mich so, immer herausreden& und den anderen die Schuld geben, ich habe schließlich nicht entschieden, sondern die anderen und zum anderen konnte ich immer einen Grund nennen weshalb ich nicht entschied.
Im nachhinein denke ich mir bloß, wie sehr man sich selber im Weg stehen kann&

Qual der Wahl

Auf der einen Seite Schutz vor allem und jedem und auf der anderen Seite der Medaille stand das Leben&. Mit der Zeit Begriff ich immer mehr, das egal wie sehr ich mich bemĂŒhe etwas Perfekt zu machen es niemals perfekt sein wird und auch egal wie sehr ich versuche mich vor etwas zu schĂŒtzen. Es immer etwas geben wird was mich verletzt, also wieso nicht fĂŒr etwas entscheiden, bei dem man Spaß dran haben könnte und das Risiko eingehen verletzt zu werden.
Ich wollte leben und als ich mich fĂŒrs Leben entschied verstand ich endlich. Perfektion ist ein Schein, den ich mit meinem Kindheitsdenken angeeignet hatte.  

Aus fĂŒr die Perfektion?

Zu der Zeit als ich mir dies eingestanden hatte, hatte ich das GefĂŒhl, dass mein Leben von aussen bestimmt wird und ich keine Macht ĂŒber mein Leben hatte.
Es war ein sehr schlimmes GefĂŒhl, Perfektionismus abgelegt und das erste was ich dafĂŒr bekam eine Verletzung. Meine Entscheidung Stand also stellte ich mir die Frage wie kann ich mein leben wieder in den Griff bekommen? 
Die Antwort war sehr simpel aber schwer umzusetzen. Ich musste anfangen fĂŒr meine Entscheidungen gerade zu stehen und auch selber die Entscheidung treffen komme was wolle. War gar nicht mal so leicht, um mir die ersten HĂŒrden zu nehmen fing ich sehr klein an. 
Jegliche Entscheidung die ich traff machte ich mir bewusst. Mit der Zeit entwickelte sich mein SelbstwertgefĂŒhl. Dann fing ich an grĂ¶ĂŸere Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen die mein Leben fĂŒr immer und ewig verĂ€ndern sollten. Ob ich die perfekten Bedingungen, fĂŒr die Entscheidungen hatte? Niemals. War es einfach ? Niemals. Habe ich viele falsche Entscheidungen getroffen? Auf jeden fall. Hatte ich Angst davor? So ziemlich, bei jeder.  
Bin ich froh darĂŒber das ich den Schritt unternommen habe ? Zu 100%. Heute treffe ich alle Entscheidungen selber, dabei spielt es fĂŒr mich keine Rolle mehr was jeder meint und denkt, schließlich lebe ich mein eigenes Leben und niemand kann mein leben fĂŒr mich Leben . Klar, sollte man die Meinung der Erfahrenen einholen, dennoch die Entscheidung selber treffen. Heute meide ich sogar Situation in denen meine Entscheidungen durch andere bestimmt werden. 

Selbstbestimmtheit

FrĂŒher hatte ich das GefĂŒhl, das mein Leben sei durch Ă€ußere UmstĂ€nde bestimmt. Heute ist es genau anders herum. Ich entscheide, wie mein Leben verlaufen mag. Klar, kommen Ereignisse die mich zwingen, meine PlĂ€ne zu verĂ€ndern oder ganz ĂŒber board zu werfen, aber wenn das Ziel bekannt ist, ist der eine Weg dahin nur eine aus ganz vielen Möglichkeiten.
Auch heute noch, habe ich stĂ€ndig Angst falsche Entscheidungen zu treffen, dennoch entscheide ich mich. Die Angst habe ich akzeptiert, es gibt mir das GefĂŒhl das es etwas wichtiges ist denn sonst wĂŒrde ich wahrscheinlich keine Angst verspĂŒren. Die Bedeutung der Angst habe ich mitlerweile ĂŒberarbeitet es ist fĂŒr mich mitlerweile ein Trigger das mir aufzeigt, dass ich handeln soll und das es in die richtige Richtung geht. 
Sobald man den ersten Schritt ansetzt ist der Rest nur noch Fassade, es bricht wie bei einem Domino ein und es gibt kein zurĂŒck mehr.

Perfektion im gesunden maße

Meinen Perfektionismus lebe ich nur noch in sehr wenigen Dingen aus. FrĂŒher als Selbstschutz heute als Dienstleistung. Denn meinen Perfektionismus, lasse ich hin und wieder bis zu einem gewissen Grad in der Programmierung heraus. Ich nutze also meine vermeintliche SchwĂ€che als Vorteil. Perfektion im Service kann nicht schaden :D. Sobald ich aber merke, meine Perfektion behindert mich ( verzettel mich zu sehr in Details, zum Beispiel ging es bei einer Webseite um einige Pixel um den ich mich mit meinem Freund gestritten haben) lasse ich es gut sein. 
Man könnte meinen, dass es Selbstschutz ist, ist es aber nicht denn ich entscheide mich nicht aus Angst sondern aus Überzeugung etwas sehr Gutes zu leisten.

Die Reinste Form

Kommen wir zur Ausgangsfrage, die Aussage war sehr gewagt. Dennoch denke ich, dass es in meinem Kontext definitiv ein egoismus gewesen ist. Denn bei dem Perfektionsimus ging es sich immer nur um mich, ich muss mich schĂŒtzen. Es gibt keinen anderen Anlass dafĂŒr. Es zĂ€hlt nur das eigene Wohlbefinden. Warum die reinste Form? Weil es niemanden schadet (sich selbst ausgenommen, wenn man es begreift).

Schlussfragen

  • Bist du ein Perfektionist?
  • Wenn ja, wann tritt deiner auf?
  • Hast du deinen schon mal hinterfragt?

P.S

Dieser Blog hat meinen Perfektionismus nicht zu spĂŒren bekommen :D. Im Gegenteil, nicht mal eine Autokorrektur darĂŒber laufen lassen. Meine Artikel? DafĂŒr schĂ€mt sich mein Perfektionismus. 

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