Die Macht der Gewohnheiten (3)

Zum Verständnis: Der Begriff Persönlichkeit wird im folgenden als eine Zusammenfassung aller persönlichen Identitäten angesehen. Dabei gibt es einen Sonderfall. Besitzen wir genau eine Identität so entspricht unsere Persönlichkeit genau dieser (Persönlichkeit = Identität).

Einfluss der Persönlichkeit auf unsere Gewohnheiten

Es ist leichter mit etwas aufzuhören oder anzufangen je nachdem ob es die eigene Persönlichkeit widerspiegelt oder nicht.
An einem Beispiel wird sofort ersichtlich was gemeint ist.
Veganer:
Die Identität eines Veganers ist, das Er keine tierischen Lebensmittel zu sich nimmt.
Deshalb stellt sich ein Veganer niemals vor die Fleischtheke und denkt sich hm heute doch vielleicht einmal Fleisch essen. Die Identität, die ein Veganer angenommen hat, gibt genau vor, was erlaubt ist oder nicht. Da diese Identität ein Teil seiner Persönlichkeit ausmacht, fällt es Ihm auch nicht schwer zu verzichten.
Anders ist es, wenn wir mit etwas aufh√∂ren wollen, zum Beispiel s√ľ√ües. Unsere jetzige Pers√∂nlichkeit erlaubt s√ľ√ües zu essen und wir stehen jedes Mal vor der Entscheidung soll ich jetzt oder nicht. Desto √∂fter wir das Machen desto mehr Willensst√§rke ben√∂tigt es. Stell dir vor, du hast eine begrenzte Menge an Willensst√§rke. Die je nach Tagesform mal mehr mal weniger stark gef√ľllt ist. Nun je √∂fter du deine Willensst√§rke nutzt, desto weniger bleibt vorhanden. Im Umkehrschluss bedeutet das, fr√ľher oder sp√§ter wird die Willensst√§rke nachlassen und dann sagt man ach s**** darauf und gibt den alten Verhaltensmustern nach.
Wenn man einen gesunden Lifestyle beziehungsweise gesunde Ern√§hrung als Identit√§t angenommen h√§tte, dann w√ľrde man statt S√ľ√ües zu Obst oder Gem√ľse greifen. Vielleicht sich einzelne Tage s√ľ√ües oder eine bestimmte menge an S√ľ√üigkeiten pro Tag erlauben.

Identität und Gewohnheiten

Was ist der Unterschied? Wenn, ich doch f√ľr ein Ziel hinarbeite erreiche ich doch, das was ich m√∂chte. Ja, das ist so, aber was geschieht, nachdem du dein Ziel erreicht hast? Mit gro√üer Wahrscheinlichkeit wirst du recht schnell zum alten Lebensstandard zur√ľckfallen.
Bis zu einem Ziel arbeiten wir zielstrebig, sobald wir diesen erreichen, ist alles weg wof√ľr wir gearbeitet haben danach f√§llt man wieder in die alte Identit√§t zur√ľck und damit dann auch wieder in die alten Verhaltensweisen und bekommt das alte Leben zur√ľck. Gutes Beispiel sind Profiathleten. Sobald sie aufh√∂ren, haben sie nichts mehr wof√ľr sie sich die k√∂rperliche Anstrengung lohnt und all die Jahre hartes Training werden √ľber Board geschmissen. Deshalb sollte statt einem einfachen Ziel, eine Pers√∂nlichkeit ver√§ndernde Entscheidung getroffen werden.
Ich will abnehmen > Ich lebe einen gesunden Lifestyle.
Ich will weniger fernsehen > Ich bin ein Leser&

Anpassung der Identität durch Gewohnheiten

Zu Beginn, kann der Wandel zun√§chst schwer erscheinen. Manchmal schaffen wir es auch auf Anhieb nicht. Es ist oft gar nicht so schlimm denn eine Pers√∂nlichkeit entwickelt sich mit der Zeit. In seltenen F√§llen kann es nat√ľrlich auch von heute auf Morgen geschehen. Um ersteres zu verdeutlichen, Folgendes gibt es ein Beispiel.
Kannst du dich einen Sportler nennen, wenn du einmal Sport getätigt hast? Eher nicht.
Du wirst zu einem, indem du es immer und immer wiederholst. Stell dir vor, du treibst 3-mal die Woche Sport und das schon seit ein paar Jahren. Was wäre dann die Antwort auf die Frage. Definitiv eine andere. Vorausgesetzt du hast eine Regelmäßigkeit entwickelt.
Ein weiteres Beispiel. Wenn du einmal ein paar Seiten aus einem Buch liest, bist du dann ein B√ľcherwurm? Eher nicht. Was, aber wenn du mehrere B√ľcher gelesen hast und immer noch regelm√§√üig liest.
Anhand der Beispiele erkennen wir, wie sehr sich die Identität und Gewohnheiten gegenseitig verstärken oder gar voneinander abhängen.
Frag dich was du erreichen willst. Dann welche Identit√§ten daf√ľr vonn√∂ten sind, die du deiner Pers√∂nlichkeit hinzuf√ľgen. Diese Pers√∂nlichkeit entwickelst du dann Schritt f√ľr Schritt. Indem du es immer wieder tust. Unterst√ľtzend dazu kannst du dir Mental immer wieder vorstellen, diese Pers√∂nlichkeit zu sein. Es wird Momente geben, in den du scheiterst, aber das st√§ndige wiederholen wird zum einen deine Pers√∂nlichkeit wandeln und zum anderen wird es zur Gewohnheit.

Meine Persönlichkeit meine einzige Identität?

Aufgepasst, wer eine zu einseitige Pers√∂nlichkeit aufweist, kann sehr schnell in Lebenskrisen geraten. Angenommen du definierst dich rein √ľber deine athletische Natur als Sportler.
Du bist zum Beispiel ein Profisportler. Es geschieht etwas, was du dir nie hättest vorstellen können. Du verletzt dich so heftig, dass du gezwungen wirst, mit dem Profisport aufzuhören.
Jetzt kommt die Kehrseite, der einseitigen Pers√∂nlichkeit. Mit deiner jetzigen Identit√§t wirst du den Wechsel nicht hinkriegen, denn dann w√ľrdest du alles verlieren. Alles, was du in den letzten Jahren aufgebaut hast, sowie deine einzige Identit√§t die du ja schlie√ülich aufgeben m√ľsstest.
Dass wiederum verursacht sehr viel Stress, kostet Energie und verursacht Zeitverlust. Menschen halten, leider sehr lange an das altbewährte Fest und auch dann, wenn es uns mehr Schaden als Nutzen bringt.
Mit einem einfachen Trick hättest du von Anfang an dagegen wirken können. Statt deine Persönlichkeit von einer einzigen Identität festzumachen. Deine Persönlichkeit als eine Sammlung von Identitäten festigen.
Zum Beispiel: Bin Profisportler, Investor, Elternteil usw.
Noch besser ist es die eigene Identität gar nicht erst abhängig vom Status zu machen, sondern zu abstrahieren.
Statt zu sagen, ich bin ein Profisportler, ich bin jemand der sich immer wieder aufs neueste mental aufbaut.
Statt zu behaupten, ich bin ein Gesch√§ftsf√ľhrer. Sagen, ich bin jemand der kreiert und aufbaut. Denn dann werden wir niemals √ľber unsere Identit√§t eine Krise erleiden k√∂nnen, da wir nicht aus einer Identit√§t bestehen.
Ein Beispiel aus meinem Leben. Ich habe mir seit Kind auf eingeredet, dass ich wie ein steh auf M√§nnchen bin. Soll hei√üen, egal wie schlecht oder gut die Situation ist, egal ob ich vermeintlich alles verliere oder nicht. Meine mentale Gewohnheit ein steh auf M√§nnchen zu sein, f√ľhrt dazu, dass ich am Ende wieder aufstehe und weiter mache.

Meine Identität geht verloren?!

Such dir ein paar Dinge heraus, die dir gefallen und die du wirklich sein m√∂chtest. Du wirst nicht drum herumkommen dich zu ver√§ndern. Die Tatsache, dass du bis hier hin gelesen hast zeigt, dass das, das kleinste Problem ist. Du wirst dein jetziges Ich aufgeben m√ľssen, um dein neues zu kreieren. Wenn du aber meinst das deine Identit√§ten (alte und neue) zusammen auskommen dann irrst du dich gewaltig. Denn deine Pers√∂nlichkeit hat dich bis nach hier gebracht und wird dich immer nur soweit bringen k√∂nnen. Deine neue Pers√∂nlichkeit kann dich √ľberall hin tragen, wenn du bereit bist deine alten Identit√§ten abzulegen und dir neue anzueignen.
Mit den Worten von Bruce Lee ‚ÄěBe water, my friend.
Auf unsere Identitäten bezogen bedeutet das. Wir passen uns unseren Zielen an, sind uns selber dennoch treu.
Wasser bleibt Wasser, nur die Form ändert sich. Genauso sollten wir mit unserem Leben auch sein.

Fazit

Unsere Identität ist eines der wichtigsten Eigenschaften beim Erreichen von neuen Gewohnheiten. Wobei nicht außer Acht gelassen werden darf. Das sich Gewohnheiten und unsere Identitäten gegenseitig verstärken und zum Teil auch voneinander abhängig sind. Durch Wiederholung erreichen wir sowohl neue Gewohnheiten als auch eine neue Persönlichkeit.

Ausblick

Es gibt noch einen weiteren Teil. Dort wird der Zusammenhang zwischen Umgebung und unseren Gewohnheiten erläutert.

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